Kaiser Heinrichs Weihnacht / Weihnachtsgedicht.de     
Impressum
 
   Weihnachten
   Weihnachtsbaum
   Weihnachtsmann & Co
Weihnachtsgedichte   
   Weihnachtsgeschichte
   Die Heiligen drei Könige
   Heilige Nacht
   Christkind & Engel
   Weihnachtsgedanken
   Weihnachtsgeschichten
   Mundart
   Trauriges
   Religiöses
   Weihnachtssprüche
   aus dem Volksmund
   Weihnachtsgrüße

  Xmas im Internet

Motiv: Weihnachtsgeschichten in Versen          





Kaiser Heinrichs Weihnacht


In dumpfer Kerkerzelle saß und sann
Am heil’gen Abend ein gebeugter Mann;
Herr Heinrich, der des Reiches Krone trug,
Und den der eigne Sohn in Ketten schlug. -

In seiner schmerzgebeugten Seele klang
Von Bethlehem der Engel Lobgesang.
Den Frieden pries der süße Himmelston,
Mit frechem Schwerte trotzte ihm der Sohn. -

Er sann und dachte seinem Leben nach,
Und dunkler ward und dunkler das Gemach.
Von Bethlehem das holde Himmelslicht,
Es fand den Weg zu seinem Herzen nicht. -

Ein Traum umfing ihn, und sein Antlitz ward,
Als wär’s in Stein gemeißelt, kalt und hart:
Zu seinen Füßen, blutig und bestaubt,
Sah er des frevelnden Empörers Haupt.

Verruchte Sünde fand verdienten Lohn.
Und doch! Und doch! Es war sein Sohn! Sein Sohn!
Ein Stöhnen aus dem Vaterherzen bricht,
Doch ehern bleibt des Kaisers Angesicht. -

Da naht ein Schritt. - Wer sucht zu dieser Zeit
Des stillen Turmes grause Einsamkeit?
Und näher kommt’s, die Tür bewegt sich sacht,
Herr Heinrich ist aus schwerem Traum erwacht

Und staunt und staunt: Bestrahlt vom Kerzenschein,
Ein tritt des Burgvogts blondes Töchterlein.
Die Kleine bringt ihm einen Weihnachtsbaum,
Den stellt sie mitten in den kahlen Raum

Und schaut den bleichen, friedelosen Mann
Mit großen, frommen Kinderaugen an
Und singt in süßem, freudehellem Ton
Das Lied von Gottes eingebornen Sohn,

Die Friedensbotschaft, die vom Himmelszelt
Einst Engel brachten in die arge Welt. -
Da beugte sich des Kaisers Majestät
Vor Gott, dem Herrn, in schweigendem Gebet. -

Und leis verklang der Liebe hohes Lied,
Mit stummem Gruß das scheue Mägdlein schied.
Und sacht erlosch der Kerzen heller Schein,
Herr Heinrich blieb im Dunkel und allein.

Und auf den Knien hat er die ganze Nacht
In Liebe des verirrten Sohns gedacht.

Wilhelm Langewiesche 1866 - 1934


Der Seelenbaum

Welt draußen, einsam im öden Raum ...
Ferdinand Avenarius

Weihnachtssperlinge

Vor meinem Fenster die kahlen Buchen ...
Gustav Falke

Der gleitende Purpur

Eia Weihnacht! Eia Weihnacht! ...
Conrad Ferdinand Meyer

Die Legende vom Tannenbaum

In der Bergpredigt, wie bei Matthäus zu lesen ...
Friedrich Güll

Zum Weihnachtsbaum

Friede war im Wald und jeder Baum beglückt ...
Peter Rosegger

Aus der Kinderstube

Aus der Kinderstub’ ein Märchen ...
Friedrich Rückert

Kaiser Heinrichs Weihnacht

In dumpfer Kerkerzelle saß und sann ...
Wilhelm Langewiesche

Das Glöcklein von Innisfare

Weihnachtsabend, Fest der Kleinen ...
Friedrich Halm

Wittekinds Bekehrung

Da kaum die Hügel matt erhellte ...
August Graf von Platen

Des Schiffsjungen Weihnacht

Er wollte fort - hinaus - hinweg ...
Alice von Gaudy

Der Zaunkönig und seine Königin

Zu Bethlehem der Wächter rief zu aller Kunde ...
Karl Stöber

Die Rose

Mutter, o wie heißt die Blume ...
Vinzenz von Zuccalmaglio

Ein Mutterherz

Weihnachten war’s, die schöne Wonnezeit ...
Hermann Allmers









Weihnachtsgedicht.de
copyright © 2007, camo & pfeiffer



Weihnachtsgedicht.de - Text: Kaiser Heinrichs Weihnacht