Der gleitende Purpur / Weihnachtsgedicht.de     
Impressum
 
   Weihnachten
   Weihnachtsbaum
   Weihnachtsmann & Co
Weihnachtsgedichte   
   Weihnachtsgeschichte
   Die Heiligen drei Könige
   Heilige Nacht
   Christkind & Engel
   Weihnachtsgedanken
   Weihnachtsgeschichten
   Mundart
   Trauriges
   Religiöses
   Weihnachtssprüche
   aus dem Volksmund
   Weihnachtsgrüße

  Xmas im Internet

Motiv: Weihnachtsgeschichten in Versen          





Der gleitende Purpur


"Eia Weihnacht! Eia Weihnacht!"
schallt im Münsterchor der Psalm der Knaben.
Kaiser Otto lauscht der Mette,
Diener hinter sich mit Spend’ und Gaben.

Eia Weihnacht! Eia Weihnacht!
Heute, da die Himmel niederschweben,
wird dem Elend und der Blöße
Mäntel er und warme Röcke geben.

Hundert Bettler stehn erwartend;
einer hält des Kaisers Knie umfangen
mit den wundgeriebenen Armen,
dran zerriss’ner Fesseln Enden hangen.

"Schalk! Was zerrst du mir am Purpur?
Harr’ und bete! Kennst du mich als Kargen?"
Doch der Bettler hält den Mantel
fest und klammert: "Kennst du mich, den Argen?

Du Gesalbter und Erlauchter!
Kennst du mich? Du hast mit mir gelegen,
mit dem Siechen, mit den Wunden,
unter eines Mutterherzens Schlägen.

Aus demselben Wollentuche
schnitt man uns die Kappen und die Kleider!
Aus dem selben Palmenbusche
sang das frischen Jugendantlitz beider!

Heinz, wo bist du? Heinz, wo bleibst du?
Hast zum Spielen du mich oft gerufen
durch die Säle, durch die Gänge,
auf und ab der Wendeltreppe Stufen.

Wehe mir! Da du dich kröntest,
hat des Neides Natter mich gebissen!
Mit dem Lügengeist im Bunde
hab ich dieses deutsche Reich zerrissen!

Als den ungetreuen Bruder
und Verräter hast du mich erfunden!
Du ergrimmtest und du warfest
in die Kerkertiefe mich gebunden!

In der Tiefe meines Kerkers
hab ich ohne Mantel heut gefroren.
Eia Weihnacht! Eia Weihnacht!
Heute wird der Welt das Heil geboren!"

Eia Weihnacht! Eia Weihnacht!
Hundert Bettler strecken jetzt die Hände:
"Gib uns Mäntel! Gib uns Röcke!
Sei barmherzig! Gib uns Spende!"

Eine Spange löst der Kaiser
sacht. Sein Purpur geleitet, gleitet, gleitet
über seinen sünd’gen Bruder
und der erste Bettler steht bekleidet.

Eia Weihnacht! Eia Weihnacht!
Jubelt Erd’ und Himmelreich mit Schallen.
Glorie! Glorie! Friede! Freude!
Und am Menschenkind ein Wohlgefallen!

Conrad Ferdinand Meyer 1825 - 1898


Der Seelenbaum

Welt draußen, einsam im öden Raum ...
Ferdinand Avenarius

Weihnachtssperlinge

Vor meinem Fenster die kahlen Buchen ...
Gustav Falke

Der gleitende Purpur

Eia Weihnacht! Eia Weihnacht! ...
Conrad Ferdinand Meyer

Die Legende vom Tannenbaum

In der Bergpredigt, wie bei Matthäus zu lesen ...
Friedrich Güll

Zum Weihnachtsbaum

Friede war im Wald und jeder Baum beglückt ...
Peter Rosegger

Aus der Kinderstube

Aus der Kinderstub’ ein Märchen ...
Friedrich Rückert

Kaiser Heinrichs Weihnacht

In dumpfer Kerkerzelle saß und sann ...
Wilhelm Langewiesche

Das Glöcklein von Innisfare

Weihnachtsabend, Fest der Kleinen ...
Friedrich Halm

Wittekinds Bekehrung

Da kaum die Hügel matt erhellte ...
August Graf von Platen

Des Schiffsjungen Weihnacht

Er wollte fort - hinaus - hinweg ...
Alice von Gaudy

Der Zaunkönig und seine Königin

Zu Bethlehem der Wächter rief zu aller Kunde ...
Karl Stöber

Die Rose

Mutter, o wie heißt die Blume ...
Vinzenz von Zuccalmaglio

Ein Mutterherz

Weihnachten war’s, die schöne Wonnezeit ...
Hermann Allmers









Weihnachtsgedicht.de
copyright © 2007, camo & pfeiffer



Weihnachtsgedicht.de - Text: Der gleitende Purpur