Weihnachts-Resignation / Weihnachtsgedicht.de     
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Motiv: Traurige Weihnachtsgedichte          





Weihnachts-Resignation


Willkommen denn vor allen Tagen
Des Jahres dieser schönste Tag!
Still’, arme Seele, deine Klagen,
Die tief in banger Trübsal lag;
Bann’ heute Sorgen und Beschwerden -
Ins Weltmeer senke all dein Leid;
Raff’ dich zusammen, Sohn der Erden,
Versuch’s noch einmal jung zu werden
Für diese kurze Spanne Zeit.

Ob draußen Wetter uns und Winde
Umstürmen rauen Odems auch,
Durchzieht’s doch innen leis und linde
Die Menschbrust wie Frühlingshauch;
Ob Dunkel auch viel tausend Herzen
In seine Schatten hüllt zumal:
Heut senden in die Nacht der Schmerzen
Die lieben hellen Weihnachtskerzen
Des Himmelslichtes einen Strahl!

Drum, die ihr auf kurulischem Sitze
Hoch thront ob niedrer Daseinsspur:
Im Köcher bergt des Krieges Blitze
Seid Menschen heut mit Menschen nur.
Und ziemt dem frohen Feiermute
Des Volks ein kleiner Dämpfer doch -
Die Festzeit haltet ihm zugute:
Gebt ihm vergoldet nur die Rute - -
`s bleibt immer ja `ne Rute noch!

Ihr, deren unumstößlich Credo
Sich gründet auf ein mächtig Heer -
Ihr Sprenginsfelde des Torpedo,
Sinnt heut sein neues Mordgewehr!
Seht da: von Zinn den Vierzigpfünder,
Kommt, werdet wieder einmal Kinder!
Die Truppenschau ist bunt nicht minder,
Und so viel bill’ger doch dabei!

Ihr, der Finanzen ernste Leiter,
Von Ziffern frei bleibt’ heut das Hirn;
Das Budget lasse selbst euch heiter,
Kein Defizit trüb’ eure Stirn.
Heut nichts von Steuern, keine Zölle,
Gebrochen sei der Staatsschuld Bann:
Was ihr bedürft - in goldner Welle
Schafft’s heut mit Niagaraschnelle
Der fleißige Dukatenmann!

Ehrwürd’ge Schar der Diplomaten:
Den Deckel des Port’feuilles schließt zu,
Ruht aus von euren Heldentaten -
Und gönnt auch uns ein bisschen Ruh’!
Kein Grün - und Blaubuch soll entsenden
Heut weder Segen, weder Fluch;
Nehmt andachtsvoll statt dess’ zu Händen
Das höhere Wahrheit euch wird spenden
In schlichterm Kleid: Grimms Märchenbuch.

Und du, dem weißere Erkenntnis
Der Dinge Wesenheit erschließt,
Denk’ heut: es sei - ein Missverständnis,
Was du mit eignem Auge siehst:
Nimm rings für eitel Marionetten
Der Sterblichen bewegt Gewühl -
An Fäden tanzend, statt an Ketten:
Der Seele Spiegel wird sich glätten,
Du lächelst ob dem Puppenspiel! - -

Du aber Gott der ew’gen Liebe,
Kehr’ wieder uns im lichtem Traum,
Lass wandeln sich in heil’gem Triebe
Zur Palme heut den Tannenbaum!
Gib, dass den Sterblichen hienieden
Für diesen kurzen Weihnachtstag
Erfüllung jenes Wort’s beschieden:
Sei Ehre dir, auf Erde Frieden! - -
Und morgen - - komme dann, was mag!

Richard Schmidt Cabanis 1838 - 1903


Der armen Kinder Weihnachtslied

Hört, schöne Herrn und Frauen ...
Otto Julius Bierbaum

Zigeuners Weihnachten

Durch das Dunkel des Waldes überm Tannenreis ...
Georg Busse-Palma

Des fremden Kindes heiliger Christ

Es läuft ein fremdes Kind ...
Friedrich Rückert

Christabend

Christabend war’s. Ich träume durch die Gassen ...
Hugo Salus

Weihnachtabend

Hell prangt des Zimmers weiter Raum ...
Heinrich Zeise

Der Großmutter Weihnachtsabend

Großmutter lauscht dem Klang der Weihnachtsglocken ...
Helene von Engelhardt

Christnacht

Mit Schnee und Reif, so ist sie nun gekommen ...
Adolf von Wilbrandt

Weihnachts-Resignation

Willkommen denn vor allen Tagen ...
Richard Schmidt Cabanis

Weihnacht

Ganz leise in der Heiligen Nacht ...
Albert Traeger

Ein Schicksal

Das Meer geht hoch, der Christabend graut ...
Albert Möser

Der kleine Leo

Am Tag der Weihnacht, wo den andern Kindern ...
Robert Hamerling

Zu Weihnachten

Weihnachtsfest ist wiederkommen ...
Julius Mosen

Christnacht

Durch die Fenster seh ich’s flimmern ...
Wilhelm Müller

Weihnachtssang

Alte Zeit, schöne Zeit ...
Günther Walling

Weihnachten

Am heil’gen Christtagabend ...
Franz Grillparzer

Am Weihnachtsabend

Stehst du freundlich wieder offen ...
Ida Gräfin Hahn-Hahn

Vor Weihnachten

An der Ecke steht ein ganzer Schwarm ...
Ludwig Jacobowski

Und balde kommt der Weihnachtsmann

Und war mein Leben dunkel ...
Hedwig Kiesekamp

Weihnachtsbescherung

Am Weihnachtsfest folgt’ ich der alten Sitte ...
Ludwig Müffelmann


Gedichte: 1 bis 20 , 21 bis 21








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