Halleluja / Weihnachtsgedicht.de     
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Motiv: Religiöse Weihnachtsgedichte          





Halleluja


Halleluja! die Zeit,
Bestimmt von Ewigkeit,
Die Zeit der Wonne und Jubel kam,
Da Gott des Menschen Leib annahm.
Sie, die auf ihn gestorben sind,
Wie seufzten sie, zu sehn das Kind,
Das Kind, das Gott und sterblich war.
Es kam. Da sang der Himmel Schar
Anbetung, Dank und Ruhm!
Heil dir und Gottes Ruh’,
Erlöst, o Mensch, wirst du.

Der Sohn, das Heil der Welt, erschien
Schon Abraham und segnet’ ihn.
Erwähltes Volk, des Sohnes Macht,
Sie führt in Flammen dich die Nacht,
Den Tag in hohen Wolken dich,
Dir Schutz und Pharo fürchterlich.
Auch sah auf Sina Moses schon
Des Vaters Herrlichkeit, den Sohn.
Er ist’s, der immer wunderbar
Und Frieden Abrams Kindern war.
Er ist der Held, die Macht, der Rat,
Den Bethl’ems Hütt’ umschattet hat.

Gelobet seist Du, Jesus Christ,
Das Du ein Mensch geworden bist !
Noch warst Du auf des Vaters Thron,
Da nannten Deinen Namen schon
Die Himmel, und es beugt vor ihm
Sich alle Knie - der Seraphim,
Und derer, die entschlafen sind,
Und derer, die noch sterblich sind,
Auch ist kein ander Heil, es ist
Kein andrer Nam’ als, Jesus Christ,
Dein großer, ew’ger Nam’ allein,
Durch den wir können selig sein.

Mit herzlicher Barmherzigkeit
Hast Du uns Sünder Gott geweiht.
Dir lass uns leben, sterben Dir!
Denn Mensch warst Du, ach, Staub wie wir.
Barmherzigkeit, Barmherzigkeit
Ist all Dein Tun, Barmherzigkeit!
Geboren warst Du, dass Du stürbst,
Und eine Seligkeit erwürbst,
Die, in die Ewigkeit versenkt,
Nie ganz der frommen Seele denkt.
Sie fühlt nur dunkel, nur von fern
Das Schau’n, die Herrlichkeit des Herrn.
Bis Du uns dort Dir ganz vereinst,
Schall’ in der Hütte, wo Du weinst -
Die Hütt’ ist auch Dein Heiligtum -
Erschall’ in ihr durch uns Dein Ruhm!

Friedrich Gottlieb Klopstock 1724 - 1803


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